Aufzeichnung des Live-Gesprächsformats auf Einladung von Anh Vu vom 29.09.2026, Rahmenprogramm der Gruppenausstellung „Soft Evidence“ 2026 Kunstquartier Bethanien Berlin.
Anmerkung: Der Beitrag hat leider momentan noch keine Untertitel. Sobald ich die Ressourcen (spoons) dafür habe, wird das Video aktualisiert!
Marie Huth (sie/ihr) spricht als Expertin für versteckte Hierarchien und Machtdynamiken mit Anh Vu (sie/ihr) darüber, wie es ist, in der Kunst und Kulturbranche durch ME/CFS völlig unsichtbar zu werden, und wie eine Community, die von Sichtbarkeit lebt, gegen dieses Verschwinden aktiv werden kann.
Die Kunstbranche ist ein Arbeitsfeld, in dem es außerordentlich viel um Austausch geht, was dazu führen kann, dass nur die lautesten gehört und gezeigt werden. Dadurch wird deutlich, wie wesentlich Umgangsformen und reflektierte Positionen der Kunstschaffenden, Lehrenden, Kuratierenden und Vermittelnden beeinflussen, was wir sehen. Und in weiterer Folge auch, wer mit wem und worüber spricht.
Wir sprechen über verdeckte Hierarchien in der Kunstwelt, Sichtbarkeit als wichtiges Kapital und was wir kollektiv tun können, wenn einzelne diese Ressource nicht alleine bewältigen können. Wir besprechen, welche nachhaltige Strategien wie entwickeln können, um Arbeitsweisen zu schaffen, die gesellschaftlich konstruierte Vorstellungen von Ungleichheit nicht aufrechterhalten, sondern ihnen aktiv entgegenwirken.
Der Schritt, Zeit und Raum für solche Formate und daraus entstehende Diskurse zu schaffen, ermöglicht es, auch neue Praxen im Kunstbetrieb zu etablieren. Diese müssen aktiv entwickelt und kontinuierlich am Leben gehalten werden.
ME/CFS ist nur eine von vielen Krankheiten und Behinderungen, die Akteur*innen im Kunstfeld unsichtbar machen, oder gar verdrängen können. Wenn wir anfangen, Kontakte aufmerksam zu pflegen und unsere Sichtbarkeit zu teilen, können wir beispielsweise mit einfachen Mitteln der Kunstwelt wertvolle Perspektiven erhalten.